Gamification und Motivation: der Mensch ist nur im Spiel ganz bei sich

Michael Hübler Allgemein, Coaching & Entwicklung, Karriere & Erfolg, Recruitment & Auswahl 1 Comment

Da Führungskräfte immer mehr mit jungen Menschen zu tun haben, bei denen Computer quasi die (un)heimlichen Miterzieher spielten, kann es nur hilfreich sein, sich anzusehen, was diese Menschen antreibt, wenn Sie im Netz unterwegs sind, insbesondere wenn sie spielen. Damit sind wir beim Gamification-Ansatz.

Friedrich Schiller meinte einmal sinngemäß: Der Mensch ist nur im Spiel ganz Mensch und ganz bei sich. Um zu untersuchen, was die spezielle Motivation eines Menschen ausmacht, bieten sich vier Antreiber aus der Gamification-Forschung an:
– Bei Killern steht der Wettbewerb und das Siegen im Mittelpunkt. Hinzu kommt die Lust an der Gestaltung. Denn vorne geht, gibt den Ton an.
Erfolgsmenschen sammeln Punkte und Auszeichnungen. Auch hier gehört abhängigerweise das Siegen im Wettbewerb dazu. Denn wir alle vergleichen uns miteinander. Genau dieser Vergleich macht Erfolgsmenschen abhängiger von anderen als die „Killer“.
Soziale genießen den Austausch mit anderen und die Anerkennung in der Gemeinschaft, der typische Teamplayer.
Entdecker lieben das Erkunden einer unbekannten Welt und Sammeln neuer Erfahrungen. Der typische Kreative.

Wofür also tun Ihre Mitarbeiter etwas? Was motiviert sie? Wofür engagieren sie sich? Was ist ihnen wichtig?
1. Wollen sie etwas gestalten? Um jeden Preis wie Che Guevara oder Lenin? Haben Sie es mit einem/r „Gestalt-Killer/in“(immer noch besser als Killer-Gestalt) zu tun? Und ist dieser Person dabei der Applaus nicht so wichtig? Oder gestalten ihre Mitarbeiter/innen lieber mit Bedacht? Handelt es sich eher um ein/e „Sanfter Gestalt-Killer/in“ wie Rosa Luxemburg oder Ghandi?
2. Vielleicht haben Sie es auch mit einem Erfolgsmenschen zu tun, der sich Gedanken um seinen Applaus macht? Dazu gibt es in der Weltgeschichte wenig Vorbilder. Die meisten waren auf ihre Weise kompromisslos, zu anderen, zu sich selbst, oder beides.
3. Oder haben Sie das Gefühl, Sie hätten eine/n Entdecker/in vor sich? Wie Columbus, Marco Polo oder Steve Jobs. Auch hier ist der Applaus nebenrangig. Hier geht um Neuland und Kreativität, auch wenn am Ende des Abends die Kasse stimmen muss. Das ist jedoch sekundär.
4. Oder aber Sie haben es mit jemandem zu tun, den das Soziale antreibt, die „Liebe“ (im weitesten Sinne) zu den Menschen wie Mutter Teresa oder Jesus? Menschen, die sich auch mal unterordnen, um ‚dabei zu sein‘.

Am wahrscheinlichsten jedoch bestehen Ihre Mitarbeiter/innen aus einer Mischung aus zwei oder drei dieser Gamification-Typen.

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