Zeitdiebe sind Chancen

Michael Hübler Gesundheits- & Stressmanagement Leave a Comment

Der Umgang mit Zeitdieben ist oft ein zentraler Aspekt im persönlichen Zeitmanagement. In meinen Trainings treffe ich immer wieder auf Teilnehmer/innen mit einem vermeintlich perfekten Zeitmanagement: sie arbeiten mit Listen, planen Projekte generalstabsmäßig, setzen langfristige Prioritäten
… und dennoch knirscht und knarzt es an allen Ecken und Enden. Sie werden durch Telefonanrufe gestört. Die Besprechungen nehmen kein Ende. Sie lassen sich das ein oder andere mal durch redefreudige Kollegen ablenken oder der Computer wird schon zum zweiten mal in dieser Woche gewartet.

All diese Zeitdiebe hindern sie daran, ihrem Ziel näher zu kommen. Sie verfügen über Ressourcen z.B. planerische Kompetenzen, kommen aber dennoch nicht vorwärts, um ihr Ziel erster Ordnung, ihre Promotion oder die Entwicklung eines neuen Produkts oder Angebots zu erreichen. Das Problem liegt folglich tiefer. Doch dazu sollten wir erst einmal klären, worin das Problem eigentlich besteht:

Zeitdiebe können nach diesem Schema von innen oder außen kommen. Egal aus welcher Richtung. Wir nehmen Zeitdiebe in aller Regel als negativ war. Dabei bieten sich wesentlich größere Chancen im Umgang mit Zeitdieben, wenn wir diese inneren oder äußeren Konflikte als Chancen zu persönlichem Wachstum sehen würden.

So wird aus einem Machtgefälle die Chance, sein Konfliktmanagement weiterzuentwickeln

Vermeintlich übertriebene Anforderungen (von außen und innen!) helfen uns dabei, stetig an unserer Leistungsfähigkeit zu arbeiten.
Ablenkungen dienen dem Aufbau unseres persönlichen Netzwerks, dem Informationsfluss und der Beziehungspflege. So kann die übertriebene Suche nach Anerkennung zu einer klar strukturierten Einforderung von Wertschätzung werden.
Und Aufschieberitis oder Unkonzentriertheit können eine Warnung sein, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern und eine Pause einzuschieben, bevor es wieder weitergeht.

Damit ergeben sich neue Ziele, Ziele 2. Ordnung. Als Annäherungsziel formuliert, gehen diese natürlich nicht in Richtung „Aufschieberitis abstellen“ o.ä., sondern sollten positiv, zur erfolgreichen Ideenfindung am besten im „Wie schaffe ich es, …?“-Stil formuliert werden, z.B.:

  • „…, mir klar zu machen, mit wem ich viel, wenig oder gar keine Beziehung pflegen möchte?“
  • „…, dass Informationen zeitlich klar strukturiert fließen, um nicht von ihnen gestört zu werden?“
  • „…, die Kriterien für meine Leistung selbst zu bestimmen, anstatt fremdbestimmt zu werden?“
  • „…, bereits die ersten Anzeichen von Unkonzentriertheit zu nutzen, um mich zu regenerieren?“
  • „…, mich von meinen Kollegen abzugrenzen?“ oder: „…, zu meinen eigenen Interessen gegenüber meinem Chef klar Stellung zu beziehen?“

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