Soul@Work Kongress – Weckruf zu Bewusstheit und Verantwortung

Michael Blochberger Allgemein, Führung & Persönlichkeit, Gesundheits- & Stressmanagement Leave a Comment


Kongressen und Messen gehe ich gern aus dem Weg. Das Überangebot solcher Großveranstaltungen überfordert mich. Marktschreier und Selbstdarsteller sind mir zuwider. Und klassischen Tagungsstätten fehlt einfach das Ambiente, Menschen wirklich begegnen zu können und für meine Themen zu sensibilisieren. Als ich aber vom Soul@Work Kongress erfuhr, war alles anders. Was war’s, das mich alle emotionalen Widerstände überwinden ließ und mich am 10. März ins Rheingau führte?

Das Thema Soul@Work sprach mir aus dem Herzen. Seele und Arbeit wieder in Harmonie zu bringen, das ist seit 15 Jahren Inhalt unserer Trainings, meiner Vorträge und Schwerpunkt vieler Coachings. Mehr denn je sehe ich auch die gesellschaftliche Notwendigkeit, der ungesunden Entwicklung in der Arbeitswelt neue Wege aufzuzeigen, wie Mitarbeiter psychisch belastbar und gesund bleiben.

Mit der neuen Seminarreihe zur Resilienz und der Ausbildung zur Führungspersönlichkeit bieten wir selbst ein breites ganzheitliches Angebot zur Burnout-Prävention und einer nachhaltigen Führungskultur an. Um so wichtiger war es mir, die Initiative „Stark wie Bambus“ zu unterstützen und deren Gründerin Katharina Maehrlein persönlich kennenzulernen.

Die Referenten

Neben namhaften Keynote-Speakern wie Pater Anselm Grün, Dr. Ulrich Ott, Prof. Dr. Lothar Seiwert und Walter Kohl waren über 20 weitere Experten und Kollegen zu parallelen Fachvorträgen eingeladen, um ihre Methoden zum Erlernen von Achtsamkeit und Resilienz zu präsentieren und über die Möglichkeiten zur Prävention psychischer Krankheiten zu informieren. Für mich eine tolle Chance, namhaften Kollegen und Facebook-Freunden persönlich zu begegnen und mich mit ihnen auszutauschen.

Die Location

Die Wahl des Kloster Eberbach im Rheingau war ein weiteres Argument, an der Veranstaltung teilzunehmen. Statt kalter Messehallen oder technik-lastiger Tagungshäuser versprach das traditionelle Kloster, in dem auch Szenen des Films „Im Namen der Rose“ gedreht wurden, einen wertbeständigen, bewussteren Rahmen und ein besinnliches Ambiente. Das ehemalige Laiendormitorium stand für die Vorträge der Keynote-Speaker und die Aussteller zur Verfügung. Fünf separat gelegene Säle waren für die Fachvorträge vorgesehen.

Das war es Wert, dabei zu sein. Also buchte ich einen Stand, ließ zwei Displays produzieren und machte mich am Sonntag auf den Weg nach Wiesbaden, um Montag Morgen vor Ort zu sein.

Die Organisation

Erst zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn konnten die Tore geöffnet werden, um die Räume vorzubereiten und die Stände aufzubauen. Tische, Stühle, Elektrik, Gastronomie, Beschilderung, Parkplätze und Hostessen, für alles war gesorgt. Dank freundlicher Kollegen und zahlreicher Helfer entstand schon im Vorfeld eine Gemeinschaft von Seele und Arbeit. Ein freundliches Lächeln hier, ein aufmerksames Hilfsangebot dort, auf jede Frage gab es eine verbindliche Antwort.

Das dichtgedrängte Programm zog sich von 11 Uhr bis 21 Uhr im stündlichen Wechsel von Keynotes und Fachvorträgen, zwischen denen jeweils 20 bis 30 Minuten Pausen für Transfer, Imbiss und Gespräche blieb. Gleich zu Beginn gelang es Walter Kohl, dem Sohn des Altbundeskanzlers, mit seinem sehr authentischen Vortrag „Sind Gefühle peinlich?“ die über 300 Besucher zu berühren und für die ganze Tragweite psychischer Krisen und Wege zur Versöhnung zu sensibilisieren. Es wurde ihm mit warmherzigem Applaus gedankt.

Es folgten eine Vielzahl von parallelen Fachvorträgen zur Gesundheitsförderung, zu Resilienz, Achtsamkeit, Stressmanagement und Persönlichkeitsentwicklung sowie zwei Keynotes zur Burnout-Prävention von Dr. Ulrich Ott und zum Zeitmanagement von Prof. Dr. Lothar Seiwert, so dass man sich zwischen den vielen unterschiedlichen Themen und Perspektiven entscheiden musste. Die Abendstunden waren der feierlichen Übergabe der Soul@Work Awards und dem Vortrag von Pater Anselm Grün vorbehalten, dem absoluten Höhepunkt der Veranstaltung.

Die Menschen

Zwischen den Vorträgen blieben nur wenige Minuten für Gespräche mit Besuchern. Neben zahlreichen Trainerkollegen, Beratern und Coaches waren die Vertreter von Krankenkassen, Ärzteschaft und Alternativmediziner die interessiertesten Besucher, die mit klaren Problemstellungen und Fragen auf uns zukamen und auf der Suche nach ganzheitlichen Lösungen zu gesunder Führung und Persönlichkeitsentwicklung waren. Diese Gespräche waren von hoher Wertschätzung und Bewusstsein geprägt und so wunderte es nicht, dass wir den einen oder anderen Vortrag verpassten, weil Diskussionen noch nicht abgeschlossen waren.

Das Resümee

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die allen Beteiligten klar gemacht hat: Jede Investition in präventive Maßnahmen – auch eine gesunde Führungskultur – rentiert sich, denn die Folgekosten von Burnout und psychosomatischen Krankheiten sind um ein Vielfaches höher. Wir sind dankbar, dabei gewesen zu sein und hoffen, dass diese Veranstaltung zum Startschuss für einen Bewusstseinswandel in Wirtschaft und Personalentwicklung wird.

Ich wünsche der Initiative „Stark wie Bambus“, dass sie sich zur Anlaufstelle aufgeschlossener Gesundheitsbeauftragten und Personaler entwickelt und werde mich selbst für die Initiative engagieren. Für den Soul@Work Kongress am 16. März kommenden Jahres wünsche ich mir noch mehr qualifizierte Referenten, ein etwas übersichtlicheres, noch interaktiveres Programm und längere Pausen für gute und nachhaltige Gespräche. Herzlichen Dank an die Organisatoren!

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