Getriebensein

Gudrun Kittel-Thong Gesundheits- & Stressmanagement Leave a Comment

‘Ich halte nie an. Irgendwie habe ich immer etwas zu tun und wenn ich dann einmal wirklich etwas erreicht habe, kann ich mich gar nicht so richtig freuen und mach gleich weiter.’

Wenn Sie ständig im Zugzwang sind, produktiv sein müssen und wollen, keinen Leerlauf erlauben – dann befinden Sie sich konstant auf dem Anlaufspurt, kommen aber nicht zum Absprung.
Körperlich und seelisch baut sich da eine An-Spannung auf, die keine Ent-Spannung erlebt.

Leistungen und Ergebnisse zählen mehr als der Mensch, der diese erbringt.

Irgendwann macht aber der Körper nicht mehr mit und meldet sich. Je nachdem wie eisern Sie Ihre Durchhalteparole ist, ist es dann auch Ihre Erkrankung: angefangen von einem Schnupfen, der – mit erkältungslindernden Sprays und Tabletten – regelrecht ‘bekämpft’ wird, über Grippe, Bronchitis bis zur Lungenentzündung.
Auch Magenverstimmungen – ‘Muss wohl was Falsches gegessen haben’ -, Heiserkeit oder Rückenbeschwerden sind Anzeichen, dass Sie zumindest Ihre physischen Kraftreserven aufgebraucht haben.

Spätestens, wenn Sie ‘flachliegen’ erlauben Sie vorübergehende Ruhe in Ihr Leben. Meist nicht ohne schlechtes Gewissen und – iPad, iPhone und Blackberry machens möglich – weiterer Erreichbarkeit und Aktion Ihrerseits.

‘Wohin wollen Sie denn so eilig?’ frage ich in diesen Gesprächen.
‘Welches Ziel, welchen Endpunkt müssen Sie so dringend erreichen?’

Meist gibt es darauf keine Antwort.

Der ‘Antreiber’ im Leben hat sich über die Jahre leise eingeschlichen und wird mittlerweile als unabänderlich und gegeben angesehen.An dieser Stelle lohnt es sich, einmal innezuhalten.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation fühlen, dann stellen Sie sich einmal diese Frage:
‘Welchen Nutzen bringt mir mein Antreiber?’

Sagen Sie jetzt nicht schnell, ‘Keinen!’ denn dann hätten Sie ihn schon längst aus Ihrem Leben verbannt. Kann es sein, dass der Antreiber z.B. hilft, Ihren inneren Schweinehund zu überwinden?
Bringt er Sie dazu, Dinge zu Ende zu führen? Schauen Sie genau hin und entdecken den positiven Effekt, der irgenwo versteckt doch da ist.

Wenn Sie den gefunden haben, fragen Sie sich:
‘Wie möchte ich lieber diesen postiven Effekt erleben?’

Entwerfen Sie ein Gegenstück zum lieblosen, kalten Antreiber.

Ist es vielleicht eine ruhige Stimme, die Sie in Stressmomenten runterholt? Oder eine imaginäre Gestalt oder ein Bild, bei der oder dem Sie sich anlehnen und Luft holen können?
Nehmen Sie sich die Zeit und Muβe, sich diese angenehme Alternative auszumalen – eventuell sogar buchstäblich als Bild oder Collage? Auf alle Fälle halten Sie einmal inne und stellen den inneren Antreiber in Frage.

Legen Sie die Hand aufs Herz und horchen, was da wohl als Antwort kommt.

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