Führung auf dem Land

Jan Raisch Führung & Persönlichkeit Leave a Comment

Erfahrungsgemäß haben kleine und mittelständische Betriebe noch eine eher abwehrende Haltung, wenn es um die effiziente und produktivitätssteigernde Führung von ihren MitarbeiterInnen geht. Dabei unterscheidet sich die Einstellung von KM-Unternehmern zum Thema Führung in städtischen und ländlichen Räumen teilweise sehr, erst recht in Handwerksbetrieben.

Was sind Unterschiede?
Die Marktkonkurrenz in ländlichen Gegenden ist geringer als im städtischen Raum. Zudem hat die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Handwerk in den letzten Jahren zugenommen, was konkurrierende Unternehmen bei Auftragsüberlastung oft sogar zu sich gegenseitig vermittelnden Partnern macht. Man kennt sich und schätzt die Arbeit des Anderen.

Chef und MitarbeiterInnen kennen sich nicht selten auch durch private Angelegenheiten, wie zum Beispiel gleichzeitige Teilnahme am Vereinswesen, an Stammtischen oder sogar durch familiäre Zusammenhänge. Anonymität ist in ländlichen Räumen schwer aufrecht zu erhalten, und zumeist einfach nicht gewollt. Man kennt sich eben.

Vielleicht ist die Arbeitsmoral in ländlichen Gegenden eine andere als im städtischen Raum. „Schaffe, schaffe, Häusle baue.“ In ländlichen Räumen trifft dieser, oft leicht sarkastisch benutzte, Satz durchaus noch zu. Und das ist gut so! Selbstverständlich geht man zur Arbeit, nimmt Überstunden in Kauf, hilft dem Chef auch mal in der Freizeit und Burn-Out scheint kein Thema zu sein.
Die Selbstverständlichkeit und das Pflichtbewusstsein mit dem die meisten Handwerker, auch in meinem Umfeld, zur Arbeit gehen, beeindrucken mich oft sehr. Von Arbeitsüberlastung, Unzufriedenheit, Demotivation und innerer Kündigung keine Spur.

Oft habe ich auch gehört: „Das brauchen wir nicht. Das brauchten wir noch nie. Wir haben schon so auch genug Arbeit und kommen kaum hinterher. Das können wir uns alles gar nicht leisten.“

Es gibt mehr Gründe – die ich nun nicht alle aufzähle – warum KMUs oft nicht in betriebliches Gesundheitsmanagement, Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung und/oder Coaching investieren.

Grundlegend sei gesagt: Was funktioniert ist gut! Doch es geht besser.
Klein- und Mittelständler haben die Chance, mehr noch als Großunternehmen, Ihre MitarbeiterInnen langfristig zu binden, dauerhaft zu motivieren, hohe Arbeitsfreude zu schaffen und Sinnhaftigkeit zu vermitteln. Das ist aus simplen Gründen einfacher als in Konzernen:

Der Hebel zum Mitarbeiter ist kürzer!
Persönlicher Austausch und direkter Kontakt zum Chef passiert niederschwelliger!
Maßnahmen können einfacher und schneller – durch nicht so weitläufige und nicht Ebenen übergreifende Entscheidungsprozesse – umgesetzt werden.
Anerkennung, Wertschätzung und Feedback kann direkt und ständig erfolgen, gerade durch die tägliche Nähe zwischen Chef und MitarbeiterIn.
MitarbeiterInnen können durch diese Nähe auch den Chef besser und unmittelbarer einschätzen, der Umgang miteinander ist also transparent.

All diese Gründe sind Chancen für KMUs, die Produktivität, die Arbeitseffizienz, die Arbeitsqualität und den Erfolg ihres Betriebes zu erhöhen. Die Crux hier ist: Die Ausnutzung dieser Chancen, kostet Sie als KMU entweder keinen Cent oder ist in Relation zu Ihrer Zufriedenheit und die Ihrer MitarbeiterInnen eine geringe finanzielle Investition.

Ein kleiner Tipp zum Schluss – oder besser noch, für einen guten Anfang: Setzen Sie als Chef zum Beispiel die Geburtstage Ihrer MitarbeiterInnen in Ihren Kalender. Ein kleine Aufmerksamkeit und ein persönlicher Glückwunsch haben weitreichende positive Folgen, begonnen mit einem erstaunten oder fröhlichen Lächeln Ihres Mitarbeiters oder Ihrer Mitarbeiterin.

Jan Raisch, von Raisch & Voelcker Coaching-Training-Bewegung wünscht Ihnen eine erfolgreiche Woche.

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