Welche Konfliktlösungstrategien es gibt – Teil V

Arne Teubner Coaching & Entwicklung Leave a Comment

Wie der Konfliktlösungs-Prozess abläuft
Bevor wir uns mit Strategien zur Konfliktlösung befassen, sollten wir uns die einzelnen Phasen des Prozesses und die typischen Reaktionen hierauf vergegenwärtigen: Der Konflikt entsteht und die Reaktion hierauf ist Flucht. Wenn der Gegensatz auftritt, kommt es häufig zum Kampf. Wenn dann die Einsicht gewonnen wird, dass der Preis zu hoch ist, stellt sich meist die Bereitschaft zur Einigung ein und Verhandlungen starten. Diese können zum Kompromiss führen. Damit relativieren sich die Gegensätze und im Idealfall wird Konsens erreicht.

Wie sich Konfliktlösungs-Strategien unterscheiden lassen
Um Elementar-Strategien handelt es sich, wenn man den Konflikt zu vermeiden sucht oder ihn verdrängt, aber auch wenn man sich im Kampf durchzusetzen möchte oder den Konfliktgegner auszuschalten versucht.
Von System-Strategien sprechen wir dann, wenn etwa in einer Organisation versucht wird, den Konfliktgegner zu disziplinieren und unterzuordnen oder den Konflikt auf andere abzuwälzen. Oft kommt dann auch Rückdelegation ins Spiel.
Einigungs-Strategien dagegen haben einen Kompromiss oder Konsens zum Ziel.

Welche Konfliktstrategien es gibt
Nachstehend die einzelnen Konfliktstrategien (nach G. Schwarz, Wien).
a. Flucht
b. Vernichtung
c. Unterordnung
d. Delegation
e. Kompromiss
f. Konsens.
Diese Strategien werden in Teil VI dieser Reihe beschrieben. Ausserdem werden dort die Vor- und Nachteile dieser Strategien aufgezeigt.

Wie sich Konflikt-Beteiligte oft verhalten
Es ist ein Kennzeichen von Konflikten, dass die Beteiligten Tatsachen oft nicht mehr objektiv wahrnehmen können. Vieles, was den Konflikt betrifft, wird durch eine Brille gesehen, die alles das, was den eigenen Standpunkt stützt, vergrößert, und alles das, was dem eigenen Standpunkt abträglich ist, verkleinert. Konfliktparteien handeln also nicht aufgrund von objektiv vorhandenen Tatsachen, sondern aufgrund der eigenen Interpretation der Wirklichkeit. Solange diese Erkenntnis nicht realisiert, also bewusst angewandt wird, ist für Außenstehende der Konflikt, seine Ursachen und sein Ablauf unverständlich, denn die Konfliktbeteiligten verhalten sich anscheinend unlogisch.
Wer Konflikte lösen will, wird sich daher zunächst darüber informieren, wie der Konflikt von den Beteiligten gesehen wird.

Wie Konflikt-Beteiligte behandelt werden sollten
Hier einige Ratschläge zur Konflikt-Moderation: Wichtig ist beiden Seiten gut zuzuhören. Gerade zum Prozessbeginn ist es wichtiger Verständnis zeigen ist, als eigene Aktivität. Damit gibt man den Konfliktparteien ein Beispiel. Die Parteien an die konstruktive Nutzbarkeit ihres Konflikts erinnern und dabei die Natur des Konflikts klären und kommunizieren. Wichtig ist auch, Gesichtsverlust der Parteien nach Möglichkeit zu vermeiden und überhaupt alles zu vermeiden, was als “Einmischung“ aufgefasst werden könnte. Nicht zuletzt sollte das Augenmerk auf gemeinsame Werte und Übereinstimmungen gelenkt werden.

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