Mitarbeiterbindung paradox

Stephan Stockhausen Führung & Persönlichkeit Leave a Comment

Laut gemeinsamer Pressemitteilung und repräsentativer Studie von Forsa und Xing

  • ist jeder dritte deutsche Arbeitnehmer bereit, im Jahre 2013 den Job zu wechseln
  • sind 35% wechselbereit, davon haben 7% Jobwechsel bereits fest geplant

Hauptgründe für die Wechselwilligkeit seien Gehalt, Vorgesetzte und Atmosphäre. Diejenigen, die bereits konkret einen Jobwechsel planen oder zumindest darüber nachdenken, wurden nach den größten Störfaktoren in ihrer jetzigen beruflichen Situation gefragt. An erster Stelle der Nennungen steht das Thema „Gehalt und Benefits“, das für die Mehrheit der Befragten ein negativer Aspekt der bisherigen Arbeitssituation ist (59%). Jeweils knapp die Hälfte fühlt sich durch das Verhalten der Vorgesetzten bzw. allgemein durch die Arbeitsatmosphäre im derzeitigen Job gestört.
Es zeige sich, dass kleine bis mittelständische Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern durchschnittlich besser bewertet werden als große Firmen.

Nun könnten auch wir den reflexhaften Empfehlungen folgen: mehr für‘s Klima tun, an Vereinbarkeit von Beruf und Familie arbeiten, Gesundheitsmanagement ausbauen usw. Dies liest man jedenfalls schnell in den gängigen Foren / Beiträgen als Empfehlung von Experten – nämlich den Experten für Dienstleistungen rund um diese Themen.

Wie wäre es mit einer paradoxen Intervention:
Unternehmen tun alles Beste dafür, dass Menschen in ihnen glänzen, (über sich hinaus-) wachsen und ihren wahren Fähigkeiten und Herzenswünschen gemäß agieren können. Sie werden stark gemacht, ggf. sich über ihre derzeitige Rolle hinaus zu entwickeln.

Es kann sein, dass dann einige tatsächlich gehen wollen. Okay, das bereinigt einerseits und lässt dankbare Menschen gehen – die Energie wird anders zurückfließen.
Es kann auch sein, dass Menschen sich dann erst recht einem Unternehmen verbunden fühlen, das so wertschätzend in sie investiert.
Und es kann sein, dass damit Unternehmen zu ungeahnten Höhenflügen ansetzen, weil sie das vorhandene Potential mit Überzeugung heben. Sie dienen den Menschen statt sie als „Humankapital“ zu sehen, das ggf. per Manipulation oder Verfühung zum Bleiben bewegt werden muss.

Das wäre doch tatsächlich mal ein anderes Denken, oder?
Sozusagen ein echter Paradigmenwechsel.

Mir ist manches Argument der Experten zu verkopft und am Ende auch zu Egoismus-bedienend („Ich brauche dieses oder jenes, dann handle ich so oder so.“). Es geht vielmehr um echte Haltung und damit auch um echte Wertschöpfung.

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