Eine „dickere“ Haut entwickeln

Richard Gappmayer Coaching & Entwicklung, Führung & Persönlichkeit, Gesundheits- & Stressmanagement 1 Comment

Für viele Jobs gilt, das Arbeitspensum und den Arbeitsdruck können die Mitarbeiter nicht senken – und auch oft Ihre Vorgesetzten nicht.Was jedoch von den Menschen erhöht werden kann ist die „Resilienz“. Resilienz, wie ich diese interpretiere, ist die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. Resiliente Menschen können auf Anforderungen wechselnder Situationen flexibel reagieren.

Resilente Menschen verfügen über gute Ressourcen in ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld, über stabilisierende Persönlichkeitsmerkmale und über die Fähigkeit proaktiv zu handeln.

Sie sehen, dass Resilienz nicht wirklich wörtlich zu nehmen ist – „eine dickere Haut entwickeln“.
Gerade das Gegenteil ist der Fall. Man ist feinfühlig und empathisch. Man entdeckt neue Wege der Bedürfnisbefriedigung, so dass sie ihre Beziehungen zur Umwelt und ihre Kräfte neu ordnen können und dadurch positive Bewältigungsstrategien verinnerlichen.

Mit dieser Aufgabe sehen sich zurzeit viele Personalverantwortliche und Berater zunehmend konfrontiert.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen, die sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit auszeichnen, meistens über folgende sieben Eigenschaften verfügen:

Sieben „Schlüsselqualifikationen“

Problemlösungsfähigkeit:
Widerstandsfähige Mitarbeiter denken lösungsorientiert. Sie beschäftigen sich vorausschauend und planend aber nicht besorgt wegen ihrer Zukunft.

(Selbst-) verantwortung übernehmen:
Widerstandsfähige Menschen lassen sich auf keinen Fall in eine Opferrolle drängen.

Selbstwirksamkeit:
Widerstandsfähige Menschen akzeptieren die Dinge, so wie sie sind. Aber sie lassen sie
nicht so. Sie versuchen einen konstruktiven Beitrag zur Veränderung zu leisten.

Positives Denken:
Widerstandfähige Menschen reagieren auf neue Herausforderungen nicht panisch oder geraten nicht in Hektik. Sie schlafen mal darüber und sagen sich, wir schaffen das schon.

Soziale Kompetenz:
Widerstandsfähige Menschen grenzen sich bei Stress nicht ab, sondern bleiben kommunikativ.
Sie erkennen den aufkommenden Stress und bauen diesen pro aktiv ab.

Stressbewältigungsstrategien:
Widerstandsfähige Menschen haben gelernt sich zu entspannen. Diese nehmen die Phasen
von Spannung und Entspannung ganz bewusst wahr, unter dem Motto: alles hat seine Berechtigung und auch seine Zeit.

Selbstwertgefühl:
Widerstandsfähige Menschen glauben an sich und an das, was sie tun. Auch gerade dann,
wenn Steine im Weg liegen. Sie nehmen diese Steine und bauen damit ihre Wertebasis weiter aus.

Wie können die Menschen diese vorgenannten Fähigkeiten entwickeln, werden sie sich fragen?
Die positive Nachricht ist, dass diese Fähigkeiten in (fast) jedem schlummern. Die
negative Nachricht ist, dass es für die meisten Menschen schwer fällt, diese zu aktivieren.
Hier kann ein Coach oder Berater oft sehr hilfreich sein. Selbstverständlich kann man sich
diese Fragen auch selber stellen, aber oft finden sie nicht die richtigen Antworten oder
auch gar keine.
Es empfiehlt sich hier daher meist, um festgefahrene Verhaltensmuster durchbrechen zu
können, sich einen professionellen Sparringspartner zu suchen, der einem auf die eigenen
blinden Flecke hinweist. Erst, wenn ich mich selbst erkenne und akzeptiere, wie ich wirklich
bin, kann ich auch in der Außenwelt einen Schritt nach vorne machen!

Comments 1

  1. Christoph Lauterbach

    Auf den Punkt. Vielen Dank für diesen knackigen Beitrag, der zum „Selbstcheck“ animiert.

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