Unterstützung für Spitzensportler ohne glühende Kohlen

Markus Gaugler Coaching & Entwicklung, Führung & Persönlichkeit, Potenzialanalysen & Persönlichkeitsprofile Leave a Comment

Die Persönlichkeit eines Sportlers hat ganz entscheidenden Einfluss darauf, was er aus seinen vorhandenen sportlichen Talenten und Fähigkeiten macht. Faktoren wie Leistungsdrang, Selbstvertrauen, Initiative oder der richtige Umgang mit Kritik und Misserfolgen sind es, die letztendlich den Unterschied zwischen einem Talent und einem Profi und zwischen einem durchschnittlichen Sportler und einem Spitzenathleten ausmachen. Diese Faktoren gehören alle in den Bereich der Soft Skills (soziale Kompetenzen).

Diese sind im Sport laufend gefragt: beispielsweise wenn es darum geht, konsequent und diszipliniert seinen Trainingsplan zu verfolgen und sich über lange Zeit auf einen Wettkampf vorzubereiten oder in der täglichen Arbeit mit dem Trainer und dem Zusammenwirken mit den Mannschaftskameraden. Besonders gefragt sind diese Qualitäten natürlich auch, wenn es gilt, im Wettkampf selbst mit Stresssituationen, wie einem Rückstand, einer drohenden Niederlage oder Pfiffen vom Publikum fertig zu werden.

Da diese Faktoren so wichtig sind, ist es wichtig, ihre genaue Ausprägung bei den einzelnen Athleten zu kennen und – gerade bei jungen Sportlern und Talenten – positiv zu beeinflussen und die notwendigen Potenziale und Kompetenzen somit langfristig aufzubauen und zu sichern.

Es ist daher erstaunlich, wie wenig bisher im Sportbereich getan wurde, um die Ausprägung dieser wichtigen, erfolgsrelevanten Faktoren präzise messbar zu machen und bei jedem exakt am individuellen Bedarf und an der persönlichen Situation orientiert zu trainieren – und nicht nur durch allgemeine Übungen aus der großen Bandbreite der Methoden des Mentaltrainings. In Deutschland herrscht hier großer Nachholbedarf, wenn man bedenkt, wie professionell das Training in anderen Bereichen schon wissenschaftlich begleitet wird – man denke nur an Videoanalysen, Fitnesschecks und vieles mehr, was längst zum Arbeitsalltag von Trainern und Spielern gehört. Die DNLA Expertensysteme sind nun auch speziell für den Sportbereich verfügbar, um diese Lücke zu schließen.

DNLA – The Discovery of Natural Latent Abilities misst die Ausprägung von 17 Erfolgsfaktoren der Sozialen Kompetenz. Die Auswahl der Faktoren und die Entwicklung der Verfahren geht auf eine Reihe von Studien zurück, die Dr. W. Strasser und Prof. Dr. Brengelmann am Max-Planck-Institut in München durchgeführt haben. Ziel war es, aus dem großen, unüberschaubaren Bereich der Soft Skills genau die herauszufiltern, die für den Erfolg jedes Einzelnen – und damit auch von Teams und größeren Gruppen – die größte Bedeutung haben. Die neueste Entwicklung bei den darauf fußenden DNLA-Potenzialanalyseverfahren ist „DNLA SKS – Soziale Kompetenz Sport“. Dazu wurde ein eigener Fragenkatalog entwickelt und die Terminologie in den Fragen und in den Gutachten wurde speziell auf die Anforderungen des Sportbereichs abgestimmt.

Wie man sieht, mit Erfolg! Das Verfahren DNLA SKS hat sich bereits in der Praxis bewährt, vor allem in Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball, Handball und Volleyball. Gerade im Nachwuchsbereich gibt es hier einige sehr spannende Projekte.

So viel zum Hintergrund und zur Theorie. Wie wird DNLA nun in der Praxis angewandt? Zunächst erhalten die Teilnehmer Zugang zu einem Fragenkatalog, den sie am PC beantworten. Die Fragen bilden dabei einfache Situationen aus dem Training oder dem sportlichen Alltag ab. Die geschilderten Situationen oder Aussagen müssen anhand einer einfachen Skala bewertet werden. Die so gewonnen Antworten werden mit Hilfe eines speziellen Programms ausgewertet. Dabei werden durch Benchmark mit den Besten und programminterne Berechnungen die individuellen Ausprägungen in 17 Faktoren der Sozialen Kompetenz gemessen.

Bei der Berechnung und Auswertung werden aber nicht „alle über einen Kamm geschoren“. Das Programm differenziert zwischen Individual- und Mannschaftssportarten, zwischen Aktiven und Trainern und zwischen 9 sportlichen Leistungsniveaus bei Mannschaftssportarten (von „Kreisebene“ bis „Nationalmannschaft“) und 4 Leistungsebenen für Einzelsportarten.

Die Ergebnisse, die in Form von verschiedenen detaillierten Gutachten für den Trainer bzw. Betreuer und für den Sportler selbst vorliegen, werden dem Sportler von  qualifizierten Fachleuten vorgestellt und erläutert. Dabei kann es sich sowohl um erfahrene externe Berater handeln, als auch um eigens geschulte Vereinsangehörige (Trainer, Betreuer, Jugendbetreuer, Sportpsychologen o. a.) oder um Spezialisten, mit denen der Verein ohnehin schon zusammenarbeitet (z. B. Mentaltrainer, Sportpsychologen oder auch qualifizierte Sportmediziner).

Gemeinsam versuchen Spieler, Trainer oder Betreuer und Fachmann (= Moderator) dann, die individuellen Ursachen für angezeigte schwächere Potenzialausprägungen herauszufinden und einen passenden und praktikablen Handlungsplan zu entwerfen, der hier Abhilfe schafft.

Bei diesen Maßnahmen kann es sich beispielsweise um ein spezielles Training, um Einzelgespräche, um kleine Maßnahmen im Ablauf des Trainingsalltags, um Änderungen in der Kommunikation zu den Teamkollegen oder oft auch um Änderungen im Führungs- und Kommunikationsverhalten der Trainer handeln. Dies alles sind aber nur gängige Beispiele aus der Praxis – je nach Lage der Dinge sind eine ganze Reihe von Maßnahmen bis hin zum Einzelcoaching denkbar. Über die geeigneten Maßnahmen entscheiden die Verantwortlichen und der Sportler gemeinsam. Für die Trainer ist dabei die große Praxisnähe sichergestellt, da die Daten über die momentane Ausprägung der entscheidenden sozialen Kompetenzen in direkten Zusammenhang mit den bereits vorliegenden aktuellen sportlichen Leistungsdaten gebracht werden können.

Wenn mit Mannschaften oder Teams gearbeitet wird, kann die Erläuterung des Verfahrens und die Erklärung der einzelnen Dimensionen auch in der Gruppe erfolgen. Die einzelnen Sportler können / müssen dann nur noch nach Bedarf Termine für ausführlichere Einzelgespräche vereinbaren.

Der Potenzialaufbau im Soft Skill – Bereich, der so erreicht werden kann und den man durch Wiederholungen des Verfahrens (= „Erfolgskontrolle“) genau sichtbar machen kann, macht sich in der Praxis durch geändertes Trainings- und Wettkampfverhalten deutlich bemerkbar und schlägt sich damit selbstverständlich auch in Form von ceteris paribus besseren und stabileren Leistungen nieder. Und dies ist es ja genau, was der Sportler und die Verantwortlichen letztlich erreichen wollen.
Es geht also nicht um kurzfristige Motivationseffekte, sondern um langfristigen Potenzialaufbau und um die Persönlichkeitsbildung. Dieser Lernprozess ist für die sportliche Leistungsfähigkeit von kaum zu überschätzender Bedeutung! Deshalb muss er ebenso durch systematische, zuverlässige Analysen und, darauf aufbauend, ein individuelles Trainingsprogramm unterstützt werden, wie der sportliche Entwicklungsprozess in den klassischen, physischen, Trainingsbereichen.

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