123-Modell

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Definition
Das 123-Modell wurde als lösungsorientierte Persönlichkeitstypologie seit 1999 von Werner Winkler entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Differenzierung der „Psychographie“, die Dietmar Friedmann 1990 veröffentlichte.

Grundlagen
Im 123-Modell wird davon ausgegangen, dass sich jeder Mensch auf bestimmte, grundlegende Stärken spezialisiert (die „Bevorzugungen“) und dafür andere vernachlässigt. Diese vernachlässigten Stärken werden als „Ressourcen“ bezeichnet, da in ihnen häufig die Schlüssel für eine effektivere Problemlösung und gelingende Persönlichkeitsentwicklung zu finden sind. Als grundlegende Stärken werden die in folgender Landkarte aufgeführten angenommen.


Merkmale
Einige herausragende Merkmale der drei Hauptgruppen sind:

Gelbe Gruppe („Relationiker“): Bevorzugung von Verbundenheit, von Positivem und Emotionalem.
Blaue Gruppe („Temporiker“): Bevorzugung von Zeitorientierung, von Neutralem und Sachlichem.
Rote Gruppe („Aktioniker“): Bevorzugung von Aktivitäten, von Negativem und Praktischem.

Zusätzlich werden drei mal drei Unterbereiche berücksichtigt, so dass 81 Persönlichkeitsmuster unterscheidbar und beschreibbar sind.

Zielgruppen
Verwendung findet das 123-Modell sowohl im privaten Bereich (Selbsterkenntnis, Paaranalyse) als auch im sozialen und unternehmerischen Bereich (Teamentwicklung, Personalauswahl, Coaching, Supervision, Seelsorge usw.). Erstaunlich ist zudem, dass schon Kinder und Jugendliche sich die Fähigkeit zur Typunterscheidung aneignen bzw. diese von ihren Eltern abschauen – und sie zum Beispiel dazu verwenden, differenziert mit verschiedenen Lehrertypen umzugehen.

Gütekriterien
Kennzeichnend für das 123-Modell ist, dass es lizenzfrei und „open-source“ angeboten und genutzt wird. Seit 1999 gibt es einen gemeinnützigen Verein mit ca. 150 Mitgliedern, der diese Typologie fördert und für den Austausch der Nutzer sorgt (www.psychographen.de). Das Modell wird derzeit außerhalb Deutschlands in der Schweiz, Österreich, Tschechien, der Ukraine, in Finnland, Süd-Korea und in den USA verwendet.

Studien
Bisher gibt es keine von außerhalb initiierten Studien, jedoch mehrere Befragungen von Nutzern, die vor allem auf die Verwendung als Selbsterkenntnis-Instrument hinweisen. Da eine biologische (epigenetische) Basis der Naturellunterschiede angenommen wird, streben die Anwender mittelfristig eine Kooperation mit Forschungseinrichtungen dieser Fachrichtungen an, z.B. dahingehend, die starke Ähnlichkeit der Gruppenbeschreibungen mit denen des indischen Ayurveda (vatha, kapha, pitta) zu untersuchen. Auch ein Zusammenhang mit den jüngst entdeckten „drei Darmtypen“ ist wahrscheinlich.

Anforderung für Anwender
Die Grundlagen des 123-Modells können leicht über die vorhandenen Webseiten (www.123modell.de) oder das Grundlagenbuch „Warum sind wir so verschieden?“ erlernt werden. Für eine tiefergehende und in der praktischen Anwendung ausreichende Kenntnis, vor allem im Hinblick auf die professionelle Analyse der Typunterschiede, hat sich eine Kombination aus Selbstlernen und der Zusammenarbeit mit einem Mentor erwiesen. Als Ausbildungsdauer muss von 1-2 Jahren ausgegangen werden, vor allem wenn Anwender professionelle Stärken-Profil-Analysen durchführen oder das Modell lehren möchten.

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