Die vier Säulen der Burnout-Prävention

Stefanie Bathe Coaching & Entwicklung, Gesundheits- & Stressmanagement Leave a Comment

Die wichtigsten Elemente in der Burnout-Prävention und -Behandlung sind:
➢ Erhöhung der Körper-Wahrnehmung: eigene Bedürfnisse wieder wahrnehmen.
➢ Regeneration: im Alltag entspannen und eigene Energie-Quellen entdecken.
➢ Erhöhung der Stress-Stabilität: persönliches Stress-Verhalten kennen lernen.
➢ Auflösen von Selbst-Blockaden: wieder frei(er) entscheiden und handeln.

Die Fähigkeit, den eigenen Körper und seine Bedürfnisse wahrzunehmen ist das zentrale Element in der Burnout-Behandlung und -Prävention: wenn wir lange genug Körper-Signale wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Bewegungs- oder Frischluftmangel verdrängt, einfach zur Seite geschoben haben, gerät der Körper in ein Ungleichgewicht.

Dabei ist gegen diese Verdrängung erst einmal gar nichts zu sagen: hätten wir nicht immer mal wieder ein Bedürfnis beiseite geschoben, wären wir schnell von der Uni geflogen (oder immer noch dort…), würden viele unserer Ziele nicht erreichen und unsere Zeit dickbäuchig und unzufrieden nur auf dem Sofa, im Kino oder sonst wo verbringen. Gefährlich wird’s allerdings, wenn wir über einen längeren Zeitraum permanent unsere Bedürfnisse beiseite schieben, so dass diese bewusste Verdrängung irgendwann „automatisch“, also unbewusst geschieht. Dann arbeiten wir Nächte und Wochenenden durch – und merken gar nicht, dass unsere Akkus mal wieder aufgeladen werden müssten. Irgendwie läuft’s ja doch – erstaunlich lange.
Hier schließt direkt die Regeneration an. Aber wer hat heute schon Zeit für langwierige Entspannungsübungen? So schick (und inhaltlich wunderbar) das Trend-Thema Achtsamkeit ist: jeden Tag 45 Minuten Zeit fürs Meditieren haben die wenigsten. Die klassischen Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung sind heute für viele Menschen nicht mehr alltagstauglich. Eine nachhaltige Burnout-Prävention und -Behandlung beinhaltet deshalb Mini-Entspannungsübungen und maßgeschneiderte Akku-Ladestationen abgestimmt auf die Bedürfnisse und persönliche Situation jedes einzelnen Burnout-Betroffenen oder -Gefährdeten.

Akkus auffüllen ist die eine Seite, eine andere ist es, die persönlichen Energie-Räuber zu erkennen, um die eigene Stress-Stabilität nachhaltig zu erhöhen. Das gelingt, wenn wir unsere persönlichen Stress-Muster, den eigenen Stress-Verlauf kennen und auch lernen, innere von äußeren Stressoren zu unterscheiden. Dann kommen wir wieder raus aus der Stress-Falle, aus dem sog. Auto-Pilot-Modus und rein ins selbstbestimmte Handeln. Der Stress von außen nimmt ja selten ab – die Frage ist bloß, wie wir damit umgehen: „Das schaffe ich“ – oder: „Das schafft mich.“

Das lässt sich natürlich immer schön leicht sagen: entspannt(er) mit dem Stress umgehen. Rein kognitiv ist uns das klar – das Umsetzen ist eine andere Sache. Unser präfrontaler Cortex (der Teil des Gehirns, der die kognitiven Prozesse so reguliert, dass wir normalerweise situationsgerecht handeln) streikt da irgendwie. Das limbische System (der Teil des Gehirns, der Emotionen verarbeitet und mit Amygdala eine Art Warnmelder inne hat) ist „auf Alarm“ – und wir handeln nicht mehr so frei, wie wir das denken und gerne täten. Klassische Beispiele von solchen Selbst- und Entwicklungsblockaden, bei denen wir uns selbst im Weg stehen: „Rauchen aufhören“ – „Locker und entspannt einen Vortrag vor 100 Leuten halten“ oder eben im Burnout-Kontext „Weniger arbeiten“ – „Mehr Zeit für die Familie“ – „Mehr Pausen im Job“ – „Nein sagen“ – „Das Leben genießen“ usw usf. Eine große Rolle spielen häufig tief verwurzelte, unbewusste Glaubenssätze oder sog. Selbstblockaden, die wir auflösen können.

Über innovative Techniken, die auf neuen Erkenntnissen der Hirnforschung basieren, lösen wir im Coaching sog. dysfunktionale Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster auf. Ich persönlich arbeite dabei am liebsten mit den Techniken der sog. Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP nach Dr. med. Bohne): dabei werden neuronale Netzwerke mittels multipler neuronaler Stimulationen verändert. Das hört sich hier jetzt erstmal kompliziert an, ist aber eine wunderbare Technik im Business Coaching, die meine Klienten selbst schnell erlernen können und auch als „Turbo-Entspanner“ zur Regeneration und zur Erhöhung ihrer Stress-Stabilität im Business-Alltag selbst anwenden können.

Mehr zum Weiterlesen: „Erfolgreich ohne Auszubrennen“ von Dagmar Ruhwandl.

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