Mobbing am Arbeitsplatz

Kerstin Garbe Führung & Persönlichkeit Leave a Comment

Definition Mobbing: Die Ursprünge des Begriffs „Mobbing“ lassen sich auf das lateinische Wort „mobile vulgus“ zurückführen.
Darunter versteht man eine wankelmütige, triebenthemmte Volksmenge mit fehlendem Organisationsgrad.
Das englische Wort „to mob somebody“ wird mit „über jemanden lärmend herfallen, angreifen, attackieren, anpöbeln“ übersetzt. Soweit die begriffliche Übersetzung. Aber was genau ist Mobbing? Viele Menschen verwechseln Schikane mit Mobbing.
Damit es sich wirklich um Mobbing handelt, muss es nachhaltig sein, das heißt über einen längeren Zeitraum (mindestens ½ Jahr einmal die Woche), ausgeführt von einer Einzelperson oder einer Gruppe gegen eine bestimmte Person.

Die Übergänge von einer Bloßstellung, Hänseleien oder einem dummen Witz zum Mobbing, das bei Betroffenen bis zum Suizid führen kann, sind nicht immer klar abzugrenzen und durchaus fließend. Eine allgemeingültige Definition über Mobbing gibt es daher nicht und ist für Betroffene nur schwer nachweisbar.

Ziele und Ursachen:
Das Ziel dahinter ist jedoch immer gleich, denn die gemobbte Person soll durch die Diskriminierung aus dem Arbeitsverhältnis gestoßen werden, direkt oder indirekt. Die Ursachen für Mobbing sind vielfältig. Voraussetzung ist ein fester sozialer Rahmen beispielsweise das Arbeitsleben. Hier gibt es für die Betroffenen kein Entkommen, denn sie sind dem „Angreifer“ meist wehrlos ausgesetzt. Diese Gemeinschaft lässt sich nicht ohne weiteres verlassen, so dass man kontinuierlichen Mobbing nur durch eigene Kündigung entziehen kann.
Viele Arbeitgeber entfachen durch verstärkten Personalabbau einen Konkurrenzkampf. Auch Vorgesetzte mit Defiziten im Führungsverhalten, fehlender Gesprächsbereitschaft, Konflikte offen, fair und konstruktiv zu lösen, begünstigen Mobbing. Durch klare Arbeitsorganisation, abgegrenzte Verantwortungsbereiche und einen respektvollen Umgang miteinander hätte Mobbing wenige Chancen. Führungskräfte, die Konflikten ausweichen, sie ignorieren oder als „individuelles“ Problem der Beschäftigten abtun, verschärfen die soziale Auseinandersetzung am Arbeitsplatz und tragen auf diese Weise dazu bei, dass sich Mobbingstrukturen herausbilden.

Kommunikation ist wichtig:
Führungskräfte haben Vorbildfunktion, und das Führungsverhalten ist entscheidend für das Betriebsklima. Die Anforderungen an Führungskräfte sind in den letzten Jahren gestiegen: Neben fachlichen Kompetenzen sind es vor allem
Schlüsselqualifikationen wie Konflikt- und Kommunikationskompetenz, die eine Führungskraft auszeichnen. Eine erfolgreiche Führungskraft stärkt seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen den Rücken, motiviert und unterstützt sie. Um diesen Aufgaben gewachsenen zu sein, bedarf es gezielter Schulungen.
Spezielle Trainings in Konfliktbewältigung, Sozialintegration und Kommunikation sind geeignete Instrumente, um Konflikteskalationen und Mobbingentwicklungen zu unterbinden. Besonders einbezogen werden sollten Führungskräfte der unteren und mittleren Ebene, die am meisten mit der Unzufriedenheit und Spannungen ihrer Mitarbeiter konfrontiert werden.
Mobbing im Arbeitsleben kann nur dort gut gedeihen, wo Personalführung diesen Prozess durch Wegschauen zulässt, mitträgt oder gar selbst initiiert bzw. nicht fähig ist, angemessen darauf zu reagieren. Wenn Vorgesetzte rechtzeitig einschreiten, gibt es kein Mobbing. Die zwischenmenschliche Verantwortung, der sich Manager/innen sämtlicher Hierarchien nicht entziehen können, kommt damit unverkennbar zum Ausdruck.

Führungskräfte müssen geschult und aufmerksam sein, um alltägliche Streitereien von beginnenden schweren Konflikten unterscheiden zu können. Sie sollten die Wechselwirkung zwischen Person, Arbeitssituation und Organisation nicht außer Acht lassen. Bei der Gestaltung des täglichen Arbeitslebens sind vor allen Dingen wichtig:

– mehr Selbstregulation und Entscheidungsspielraum zuzulassen
– Arbeits-und Produktionsabläufe zugunsten der
Mitarbeiter/innen zu optimieren
– eine positive Führungskultur zu schaffen
– Teamarbeit zu fördern
– Entwicklung einer Streitkultur und Spielregeln untereinander zu entwickeln
– Kommunikation mit neuen Mitarbeitern/innen

Da die negativen Auswirkungen des Mobbings sowohl für die Betroffenen als auch für die Unternehmen großen Schaden verursachen, ist es für Arbeitgeber, Betriebsräte und Arbeitnehmer unumgänglich, sich diesem Problems zu stellen
und Gegenstrategien konsequent anzuwenden.

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