wingwave®-Coaching

Anik Roerdink-Veldboom Coaching & Entwicklung Leave a Comment

Heute habe ich einen Termin bei dem Personalentwickler eines mittelständischen Unternehmens, Herrn B.. Der Kontakt kam durch ein Gespräch auf einer regionalen Unternehmensmesse zustande und dabei galt die Neugier meines Gesprächspartners dem wingwave®-Coaching. „Was ist denn das für ein Hokuspokus“ war seine erste kritische bis ablehnende Reaktion. Im heutigen Gespräch habe ich die Möglichkeit diese Coaching-Methode vorzustellen.

Wie funktioniert wingwave®-Coaching?
Die wingwave®-Methode basiert auf Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung. Durch Untersuchungen des Schlafverhaltens stellte man fest, dass wir in den REM-Phasen (Rapid Eye Movements) des Schlafes alle Eindrücke des Tages verarbeiten und ihnen einen passenden Platz zuweisen. Physiologisch passiert diese „Einordnung“ durch schnelle Augenbewegungen. Die Augäpfel bewegen sich sehr schnell und rhythmisch von rechts nach links. Diese Motorik sorgt für die Verarbeitung im „Eindrucksspeicher“(limbischen System) des Gehirns. In der Folge wurde untersucht, ob das nur im Schlafzustand oder auch im Wachzustand funktioniert. Und so war es: die im Wachzustand durch „winken“ (schnelle rechts/links-Bewegungen der Augen, ausgelöst durch die Fingerbewegung des Coaches) vor den Augen provozierten schnellen Augenbewegungen, sorgen für die emotionale Verarbeitung von Sinneseindrücken. Im therapeutischen Bereich wird die Methode im Rahmen des EMDR zur Bewältigung postraumatischer Belastungsstörungen angewendet.

Für das Coaching wurden diese Erkenntnisse von Cora Besser-Siegmund und Harry Siegmund (www.wingwave.com) weiter entwickelt. Sie kombinieren den Effekt der schnellen Augenbewegungen mit einem gut untersuchten kinesiologischen Muskeltest („bi-digitaler“ O-Ringtest) und Methoden des NLP (Neurolinguistisches Programmieren).
Der kinesiologische Test gibt an, welche emotionale Qualität zu verarbeiten ist und was (punkt-)genau für den Coachee unerträglich (schwache Muskelreaktion) ist. Man begibt sich auf die Spur des schwachen Muskeltests, findet so die emotionale Blockade und sortiert sie durch das „Winken“ im limbischen System ein. Das „Winken“ wird so lange durchgeführt, bis der Muskeltest stark ausfällt.

Zudem kann man die Methode einsetzen, um schon vorhandene Ressourcen zu stärken, bzw. zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren. Dann wird das „Winken“ sehr langsam durchgeführt – die Ressource wird dadurch „eingewoben“.

Abgesichert wird die Methode durch Methodentransparenz, einen guten Rapport zum Coachee, die Vereinbarung von Stopp- und Go-Signalen, die Verankerung einer Ressource und den Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und verstärktes Träumen.
Wingwave®-Coaching gehört zu den Kurzzeit-Verfahren und ist deshalb in unserer schnell lebigen Zeit besonders gut geeignet, um die eigenen Potentiale erfolgreich zu entfalten.

Ein Experiment mit wingwave®:
So weit so gut, sagt Herr B.. Theoretisch kann ich das nachvollziehen, ich bezweifle noch, dass diese Methode in der Praxis funktioniert.
Ich lade Herrn B deshalb zu einem Selbsterfahrungs-Experiment ein: die Lösung einer Stress-Blockade.
Herrn B. steht eine wichtige Präsentation seiner Arbeit vor der Geschäftsführung bevor. Er ist erst seit einem Jahr im Unternehmen tätig und daher ist dies eine Bewährungsprobe, die ihn verunsichert. Er hat sich sehr für ein Führungskräfte-Entwicklungprogramm stark gemacht. Besonders der Bericht dazu liegt ihm „auf der Leber“ (das Thema): „Ich fühle mich sehr gut vorbereitet und doch treibt mir der Gedanke an die Präsentation den Schweiß auf die Stirn.“

Ich zeige Herrn B eine Skala, in der Stresserlebnisse in unterschiedlichen Qualitäten (von -10 bis +10) erfasst werden und bitte ihn, die aktuelle Qualität seines Stresserlebens zum Thema „Präsentation vor der Geschäftsführung“ anzugeben (-4).
Er erzählt mir, wo die Präsentation stattfindet, welche Personen anwesend sind und, dass er erst zum Ende des Meetings mit seinem Thema „dran“ ist.
Mit dem O-Ringtest teste ich verschiedene der genannten Aspekte und die Muskelreaktion fällt bei „am Ende des Meetings dran sein“ schwach aus.
„Das macht mich ganz kribbelig“ sagte er.
Die Emotionsqualität „Ärger“ testet schwach, was meinen Gesprächspartner erstaunt. Fühlen kann er den Ärger allerdings als dicken Kloß im Hals. Durch weitere Muskeltests landen wir mit dem empfundenen „Ärger“ im 32. Lebensjahr meines Gesprächspartners. Ihm fällt dann ein, dass er in dem Jahr eine medizinische Untersuchung machen lassen musste Er musste in der Praxis sehr, sehr lange warten. Schließlich stellte sich heraus, dass er vergessen worden war. Er fühlt den Ärger darüber jetzt noch sehr deutlich, ich teste und beginne mit dem ersten Winke-Set. Anschließend fühlt sich der Kloß im Hals etwas leichter an, ist aber noch deutlich zu spüren und er sagt: „Ich fühlte mich schlecht behandelt, weil die Untersuchung für mich so wichtig war. Das interessierte scheinbar niemanden“. Nach zwei weiteren Winke-Sets testen „Ärger“, „32. Lebensjahr“, „das Praxiserlebnis“ und das „dran sein am Ende des Meetings“ stark. Der Kloß im Hals ist verschwunden.
„Im Grunde ist es gut, dass ich am Ende des Meetings präsentiere“ sagt mein Gesprächspartner. Dann kann ich, wenn es zu meinem Thema passt, vorher Gesagtes mit einbeziehen. Vielen Dank, das Experiment hat mich wirklich beeindruckt.

Den Kunden überzeugt:
Nach seiner Präsentation erhalte ich einen Anruf von Herrn B. Sein Führungskräfte-Entwicklungsprogramm wurde positiv aufgenommen und erste konkrete Schritte werden geplant und umgesetzt. „Dabei soll die wingwave®-Methode integriert werden. Ich möchte es im Rahmen des individuellen Coachings einsetzen und zusätzlich bei den Moderations- und Präsentationstrainings zur Stärkung der Auftritts-Sicherheit.“

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